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Entomologie des Schneckenhauses
Schneckenhäuser haben mannigfache Beziehungen zu Insekten und anderen Gliederfüßern. So bewohnen die Larven bestimmter Schmetterlinge und Köcherfliegen selbst hergestellteGehäuse, die man mit Schneckenhäusern verwechseln könnte. Verschiedene Käferlarven fressen Schnecken und lassen mit den leeren Gehäusen Wohnraum für wieder andere Arten entstehen. Im Winter kann man z.B. regelmäßig Springspinnen in leeren Schneckenhäusern finden. Sie deponieren und bewachen darin später meist auch ihre Eikokons. Einige Arten von Mauerbienen schließlich bauen ihre z.T. recht komplizierten Nester sogar ausschließlich in derartigen Gehäusen.

Die Larve des Großen Leuchtkäfers (Lampyris noctiluca) ernährt sich fast ausschließlich von Schnecken. Sie steigt auf das Gehäuse ihres Beutetieres und wartet, bis dieses seinen Kopf hervorstreckt. Dann tötet sie die Schnecke mit mehreren Giftbissen und frisst das Gehäuse vollkommen leer. Das leere Schneckenhaus kann später von anderen Tieren wieder besiedelt werden.

Die vorzugsweise auf Binnendünen lebende Springspinne Pellenes nigrociliatus überwintert meist in leeren Schneckenhäusern. Im Frühjahr legt das Weibchen auch darin seinen Eikokon ab und zieht das Gehäuse an einem Faden in die Höhe. Hierdurch wird das empfindliche Eigelege vor möglicherweise zu hohen Temperaturen bewahrt (auf der Bodenoberfläche von Sanddünen wurden schon Temperaturen von etwa 70° C gemessen).

Die Zweifarbige Mauerbiene (Osmia bicolor) baut ihre meist einzelligen Nester ausschließlich in leeren Schneckenhäusern. Sie baut nach der Verproviantierung und Eiablage einen massiven Verschlusspfropf aus kleinen Steinen, die durch aus zerkauten Blättern hergestellte Wände gestützt werden. Am Schluss bedeckt sie das Ganze mit einem umfangreichen Haufen aus lose übereinander geschichteten Grashalmen oder Kiefernnadeln.

Die Rotborstige Mauerbiene (Osmia rufohirta) baut ihre Nester ebenfalls in leeren Schneckenhäusern. Sie rollt das Gehäuse mit dem fertigen Nest darin über eine längere Wegstrecke, um es dann unter einem Grasbüschel oder einem hohl aufliegenden Stein zu verbergen.