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Leben in Eis und Schnee - naturkundliche Beobachtungen im Winter
Im Winter ist keineswegs alles Leben zu Eis erstarrt - eine ganze Reihe interessanter Tiere und Pflanzen trotzen der kalten Jahreszeit und nutzen gerade die kältesten Monate - von November bis Februar - zur Fortpflanzung. Hierzu gehören Gallwespen, die im Winter schlüpfen und kurz darauf ihre Eier in die ruhenden Knospen ihrer Wirtspflanzen versenken, Schneeflöhe, die munter auf der Schneeoberfläche umherspazieren oder verschiedene Mossarten, die gerade jetzt ihre Sporenkapseln hervorbringen. Daneben kann man auch Tiere finden, die völlig frei an Pflanzen überwintern, etwa Zitronenfalter, verschiedene Raupen und sogar Libellen. Sie lassen sich einschneien oder von einer Eiskruste überdecken, um dann im nächsten Frühjahr unbeschadet wieder zu erwachen.

Die Eichen-Schwammgallwespe (Biorhiza pallida) legt mitten im Winter ihre Eier in ruhende Eichenknospen. Im Frühjahr bildet sich an dieser Stelle eine kartoffelartige, schwammig-weiche Galle.

Der Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni) überwintert als einziger heimischer Tagfalter frei in der Vegetation. Meist sitzt er etwa 10-30 cm über dem Erdboden und verschwindet dann nicht selten vollkommen unter der Schneedecke.

Die 3 mm große Zwergspinne Walckenaeria acuminata wird meist im November erwachsen und lebt dann noch bis zum Ausgang des Winters. Das Männchen trägt vorn im Kopfbereich einen dünnen Stiel, an dem alle 8 Augen liegen.

Viele Moose bilden ihre Sporenkapseln im Winterhalbjahr. Dies gilt auch für das seltene Koboldmoos (Buxbaumia aphylla), bei dem die ganze Pflanze nur noch aus der etwa 1 cm hoch gestielten, asymmetrischen Kapsel besteht. Nachdem im Frühjahr die Sporen ausgestreut sind, zerfällt die Kapsel.