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Moose - aus der Nähe betrachtet
Moose fristen ein weitgehend unbeachtetes Dasein und besiedeln dabei doch fast alle verfügbaren Lebensräume. Erst bei näherer Betrachtung eröffnen sie uns eine faszinierende Welt fantastischer Formen in einer kaum vorstellbaren Vielfalt. Viele Arten stellen hohe Ansprüche an ihre Umwelt und können daher als zuverlässige Indikatoren für intakte Umweltbedingungen gelten. Im Schwerpunkt des Vortrags stehen außer der Formenfülle heimischer Moose Einblicke in die oft ungewöhnlichen Vermehrungsweisen sowie die besonderen Standortansprüche selten gewordener Spezialisten.

Die männliche Gametangienstände des Glashaar-Haarmützenmooses (Polytrichum piliferum) erinnern sehr an Blüten. In ihnen werden die männlichen Geschlechtsprodukte produziert, die in den weiblichen Gametangienständen mit Eizellen verschmelzen. Als Produkt aus diesem Befruchtungsprozess entsteht die Sporenkapsel.

Beim Drehmoos (Funaria hygrometrica) sind die Kapselstiele in Abhängigkeit von der Feuchte mehr oder weniger stark gedreht. Die Art kommt regelmäßig auf alten Brandstellen vor.

Die junge Sporenkapsel des Glockenhutmooses (Encalypta vulgaris) ist mit einer glockenartigen Haube überzogen, die unten deutlich über die Kapsel hinausragt. Der gezeigte Bildausschnitt hat eine Höhe von ziemlich genau einem Zentimeter.

Das sehr selten gewordene Bauchige Schirmmoos (Splachnum ampullaceum) gehört zu den ausgesprochenen Spezialisten: Es wächst ausschließlich auf älteren Tierexkrementen (meist Kuhfladen) an sehr feuchten Stellen. Der Kapselstiel ist unter der Sporenkapsel stark angeschwollen und attraktiv gefärbt. Durch diesen Schauapparat werden Fliegen angelockt, die die Sporen zu neuen Kuhfladen tragen.