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Binnendünen - ein hochgradig gefährdeter Lebensraum


Dünen, also durch den Wind angehäufte Sandhügel, gibt es nicht nur an der Meeresküste, sondern auch im Binnenland. Einst begleiteten sie viele Flußtäler Mitteleuropas, gehören aber mittlerweile zu den seltensten Lebensraumtypen unserer Heimat. Fast alle sind inzwischen bewaldet, in landwirtschaftliche Nutzflächen umgewandelt oder zu Bauland geworden. Dabei kommen auf Binnendünen viele speziell angepaßte Tier- und Pflanzenarten vor, die mit dem Rückgang ihres spezifischen Lebensraumes fast alle hochgradig gefährdet, oft sogar unmittelbar vom Aussterben bedroht sind. Hierzu gehören u.a. verschiedene, im offenen Sandboden nistende Wildbienen und Grabwespen, aber auch Besiedler späterer Sukzessionsstadien.

Wanderdünen bewegen sich durch den Wind langsam voran und verschlingen dabei alles, was in ihrem Weg steht. Heute sind sie allerdings fast überall zum Stillstand gekommen, größtenteils sogar ganz vernichtet. Eine der letzten noch weitgehend intakten Wanderdünen befindet auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz südlich von Berlin. Hier sieht man den Wipfel einer Birke, die bereits weitgehend im Sand verschwunden ist.

Zu den charakteristischen Besiedlern älterer, bereits zur Ruhe gekommener und bewaldeter Binnendünen gehört das in Mitteleuropa fast ausgestorbene Doldige Winterlieb (Chimaphila umbellata).

Der prächtige Walker (Polyphylla fullo), ein größerer Verwandter des Maikäfers, entwickelt sich als Larve an den Wurzeln von Dünengräsern. Den Käfer bekommt man allerdings selten zu Gesicht, da er sich fast ausschließlich in den Kronen von Kiefern aufhält, von deren Nadeln er sich ernährt.

Die Kreiselwespe (Bembix rostrata) fängt als Larvennahrung Fliegen. Da sie nach jedem Nestbesuch die schräg in den lockeren Dünensand hinabführende Röhre verschließt, muß sie sie jedes Mal wieder frei scharren, wenn sie beutebeladen zum Nest zurückkehrt.