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Bäche als Lebensraum
Bäche gehören zu den besonders reizvollen Elementen naturnaher Landschaften, insbesondere im Bergland. Die stetige Strömung verlangt den Bachbewohnern besondere Anpassungen ab. Bei vielen Insektenlarven zeigt sich dies oft in einer stark abgeflachten Körperform oder in der Ausbildung spezieller Anheftungsorgane. Andererseits stellt das meist sauerstoffreiche, gleichmäßig kühle Wasser die wichtigste Voraussetzung für das Vorkommen besonders empfindlicher Bachbewohner dar. In intakten Bächen etwa des Alpenvorlands kann man auch heute noch sehr artenreiche Tiergesellschaften antreffen. Außer strömungsgünstig gebauten Eintagsfliegenlarven und fast ausgestorbenen Muscheln gehören dazu auch recht fremdartige Wasserbewohner wie etwa Schlupfwespen, die sich nur in den Larven von Köcherfliegen entwickeln.

Die in Bergbächen auf Steinen lebende Larve der Eintagsfliege Epeorus sylvicola ist mit ihrem stark abgeflachten Körper optimal an das Leben in der Strömung angepaßt.

Die Larve der Lidmückenlarve (Liponeura sp.) besitzt auf der Unterseite sechs Saugnäpfe, mit denen sie sich an der Unterlage festheften kann. Auf diese Weise gelingt es ihr, selbst im Bereich von Stromschnellen und Wasserfällen umherzuturnen, ohne von der turbulenten Strömung fortgespült zu werden.

Die Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens) entwickelt sich als Larve nur in Fließgewässern. Im Vergleich zu ihrer nahen Verwandten, der Blauflügel-Prachtlibelle (C. virgo), bevorzugt sie etwas ruhiger fließende, stärker besonnte Abschnitte, doch treten beide Arten auch oft gemeinsam am gleichen Gewässerabschnitt auf.

Das Männchen des Bachhaftes (Osmylus fulviceps) lockt durch an der Hinterleibsspitze ausgestülpte, paarige Drüsenschläuche, denen ein besonderer Duft entströmt, sein Weibchen zur Paarung an. Die Larve lebt amphibisch am Ufer von Bächen und sucht zum Beutefang von Zeit zu Zeit das Wasser auf.