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Elsaß und Vogesen - Heimat seltener Pflanzen und Tiere
Das Elsaß, die Vogesen und der südlich anschließende Sundgau beherbergen eine ganze Reihe interessanter Pflanzen- und Tierarten, die im benachbarten Deutschland sehr selten sind oder ganz fehlen. Zum einen sind über die Burgundische Pforte südliche Arten eingewandert, die an den warmen östlichen Vorbergen der Vogesen einen geeigneten Lebensraum gefunden haben, zum andern bieten die mit einem feuchten Lokalklima ausgestatteten Westhänge und Hochtäler der Vogesen für atlantische Arten günstige Lebensbedingungen. Zur ersten Kategorie zählen beispielsweise die Gottesanbeterin, verschiedene Schmetterlinge und zahlreiche Orchideen, zur zweiten der Hautfarn und die Gelbe Narzisse, die in der Umgebung von Gerardmer in riesigen Beständen vorkommt. Diese und viele weitere Seltenheiten aus der Pflanzen- und Tierwelt werden im Vortrag vorgestellt.

Das Vogesen-Stiefmütterchen (Viola lutea) blüht gelb, violett oder mischfarbig. Seine farbenfrohen Blütenteppiche verleihen vielerorts den hochgelegenen Grasflächen der Vogesen im Juni und Juli einen ganz besonderen Reiz, etwa entlang der Route des Cretes.

Die mediterrane Herbst-Scilla (Scilla autumnalis) fehlt in Deutschland, ist aber durch die Burgundische Pforte bis weit ins Elsaß vorgedrungen. Auf einigen wärmebegünstigten Randhügeln der Vogesen, etwa am Bollenberg, kann man sie in größeren Beständen antreffen.

Die Goldaugen-Springspinne (Philaeus chrysops) ist nicht nur eine der schönsten, sondern mit einer Körperlänge von bis zu 15 mm auch die größte mitteleuropäische Springspinnen-Art.

Der Felsheiden-Flechtenbär (Setina roscida) gehört überall zu den größten Raritäten. Im Elsaß kommt er noch an einem einzigen Fundort vor, während er im benachbarten Baden-Württemberg bereits ausgestorben ist. Seine Raupe entwickelt sich an Flechten der Bunten Erdflechten-Gesellschaft.